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Dachzeilen test

Gibt es in fünf Jahren noch Mediaplaner?

KI macht in der Mediaplanung kurzen Prozess mit Routinen. Killt sie bald ein komplettes Berufsbild? Was uns bis 2030 erwartet und welche Skills dann zählen.

Veröffentlicht am 30. Januar 2026 von Test Autor

Takeaways

• Der europäische Digitalwerbemarkt bleibt auf Wachstumskurs.

• Für Deutschland prognostiziert der Branchenverband BVDW für 2025 einen Umsatzanstieg von 8,5 Prozent im Online-Display- und Online-Videowerbemarkt.

• Programmatic bleibt Standard und wächst weiter.

• KI automatisiert Routinen, Studien sehen spürbares Produktivitäts- und Automatisierungspotenzial im Marketing.

• Das Berufsbild verschiebt sich in Richtung Datenkuration, Messlogik und Plattformkompetenz. (Einordnung)

Wenn dein Job nur aus Tabellen besteht, wird’s jetzt ungemütlich. Willkommen in der neuen Mediaplanung. Der europäische Digitalwerbemarkt hat 2024 deutlich zugelegt. Laut IAB Europe AdEx Benchmark stieg der Umsatz um 16 Prozent auf 118,9 Milliarden Euro. Besonders stark wuchsen Social und Video, inklusive Connected TV.

Auch hierzulande wächst der Markt. Der Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) prognostiziert für 2025 ein Marktvolumen von 7,5 Milliarden Euro im Online-Display- und Online-Videowerbemarkt. Das entspricht einem Plus von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der OVK nennt als Treiber unter anderem Künstliche Intelligenz und die fortschreitende Digitalisierung.

Klar ist aber auch: Automatisierung durch KI verändert den Job schneller, als es vielen lieb ist. Noch vor kurzem verbrachten Planerinnen und Planer viel Zeit damit, Tabellen zusammenzuführen, Reportings zu bauen und Zielgruppeneinstellungen über mehrere Plattformen zu pflegen. Genau hier greifen zunehmend KI-gestützte Abläufe. Wie schnell das geht, hängt stark von Agentur, Kundschaft und Toollandschaft ab.

KI frisst Routine

KI übernimmt lästige Routinetätigkeiten. Das ist die gute Nachricht. Die freigewordene Zeit lässt sich nutzen, um Vorgaben sauber zu formulieren, Ergebnisse zu prüfen und Strategie zu erklären. Nur: Damit ist der Umbau des Berufs noch nicht vollumfänglich beschrieben. Denn parallel verschiebt sich auch die Logik, nach der Kampagnen bewertet werden.

Werbetreibende verlangen immer öfter Wirkungskennzahlen, die über den klassischen TKP hinausgehen. Händler oder Markenanbieter wollen nicht nur Kontakte sehen, sondern den messbaren Zusatzeffekt, etwa auf Umsatz oder Abverkauf. Das erhöht den Druck, Wirkung belastbar zu belegen und Messlogik nachvollziehbar zu machen.

Data Clean Rooms werden zur Mess-Infrastruktur

Immer häufiger heißt die Lösung: Data Clean Rooms. Sichere, isolierte Cloud-Umgebungen ermöglichen es, Datensätze gemeinsam unter klaren Regeln auszuwerten, ohne Rohdaten offen zu teilen. Dazu passt die Marktentwicklung: In einer aktuellen IAB-Europe-Studie geben mehr als 50 Prozent der befragten Organisationen an, Data Clean Rooms zu testen oder zu nutzen.

Was heißt das für Mediaplanerinnen und Mediaplaner? Der Job verschiebt sich weiter hin zu Datenverständnis, Messlogik und Plattformkompetenz. Nicht jede und jeder muss SQL beherrschen. Wer aber Datenabfragen versteht und Dashboards kritisch lesen kann, hat im Alltag einen Vorteil.

Drei Rollen, die 2030 plausibel sind

Aus dieser Kombination aus Automatisierung und Outcome-Fokus entstehen drei mögliche Jobprofile für 2030. Erstens die „Architektin“, die KI-Vorschläge kuratiert, Datenräume orchestriert und den strategischen Zusammenhang sichert. Sie prüft einen KI-Vorschlag zum Budgetmix, bewertet Annahmen und Risiken und stellt sicher, dass Setup und Messlogik zu Ziel und Kanal passen.

Zweitens der „Consultant“, der Firmen bei Mess- und Datenfragen, Governance und KPI-Setups begleitet. Er hilft, Ziele und Kennzahlen so zu definieren, dass Wirkung später nachvollziehbar nachgewiesen werden kann, und stimmt Regeln und Zuständigkeiten dafür ab.

Drittens die „Self-Serve-Spezialistin“, die Retail-DSPs oder CTV-Plattformen für mittelständische Kunden bedient. Sie setzt Kampagnen in den Plattformen sauber auf, optimiert entlang der vereinbarten Kennzahlen und liefert eine kompakte, verständliche Auswertung für nächste Schritte.

Mediaplaner 2030: Vielleicht gefragter als heute

Das bringt uns zurück zur Kernfrage: Gibt es in fünf Jahren noch Mediaplaner? Ja. Aber der Job sieht vermutlich anders aus. Routine verschwindet, Verantwortung wächst. Wer Messlogik versteht, Daten sauber einordnet und Plattformen beherrscht, bleibt nicht nur im Spiel. Wer das kann, ist 2030 nicht gefährdet, sondern vielleicht gefragter als heute.

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