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Marketing-Kanäle

Digital Marketing Benchmarks: Diese Kanäle liefern jetzt

Welche Kanäle trenden – und wo besteht Nachholbedarf? Wir haben aktuelle Benchmarks und Zahlen zusammengeführt.

Veröffentlicht am 14. April 2026 von LYDnews Redaktion
Ein Schattenschnitt eines Menschen mit Megafon in der Hand
Welcher Kanal erzielt die größte Wirkung? Neue Benchmarks liefern Antworten. - Patrick Fore/Unsplash

Das Budget hat neue Lieblingsplätze: In Deutschland zieht Video an Display vorbei. Programmatic legt weiter zu, KI-gestützte Suche verändert die Klickpfade und draußen gewinnt Digital Out of Home weiter an Gewicht. Wer den Markt gerade einordnen will, sollte nicht mehr nur auf Reichweite schauen, sondern auf die Frage, welche Kanäle tatsächlich skalierbar, messbar und operativ belastbar sind.

1) Video zieht Budgets und überholt Display

Für Deutschland hat der Markt einen neuen Referenzwert bekommen. Laut OVK wächst der Online-Display- und -Videowerbemarkt 2026 auf 8,2 Milliarden Euro. Online-Video zieht dabei mit knapp 4,2 Milliarden Euro und 51 Prozent Marktanteil erstmals an Display mit rund 4,0 Milliarden Euro und 49 Prozent vorbei. Das ist mehr als eine Branchenkennzahl. Es zeigt, wohin Aufmerksamkeit, Inventar und Budgets wandern.

2) Programmatic legt weiter zu

Parallel steigt der programmatische Anteil 2026 auf 80 Prozent Umsatzanteil. Bereits 2025 wurden rund 5,9 Milliarden Euro programmatisch umgesetzt, 2026 sollen es 6,5 Milliarden Euro werden. Programmatic ist damit die dominante Marktlogik.

3) E-Mail und Newsletter: Verlässlich mit Nachholbedarf

E-Mail hat 2025 Stabilität bewiesen. Personalisierung nimmt spürbar zu – in DACH setzen rund zwei Drittel der Newsletter eine persönliche Anrede ein. Barrierefreiheit bleibt vielerorts nachrangig. Nur 13 Prozent der untersuchten Mailings erfüllen die Mindeststandards. Hier verschenken Programme Potenzial. Auffällig ist der Takt: Rund ein Drittel der Unternehmen hat die Versandfrequenz erhöht.

4) Search und AI Overviews: Sichtbarkeit bleibt, Klicks brechen weg

KI-Zusammenfassungen verändern die Google-Suche inzwischen auch in Deutschland spürbar. Laut Sistrix werden AI Overviews bei rund 20 Prozent der Keywords ausgespielt. In 78,6 Prozent der Fälle stehen sie ganz oben und damit noch vor den organischen Treffern. Die Auswirkungen auf den Traffic sind deutlich. Die Klickrate auf Position 1 sinkt von 27 Prozent auf 11 Prozent. Insgesamt beziffert Sistrix den Verlust auf 265 Millionen organische Klicks pro Monat in Deutschland. Das heißt nicht, dass SEO plötzlich obsolet wäre. Es heißt aber, dass Sichtbarkeit und Klick nicht mehr so eng zusammenliegen wie früher.

5) Audio & Podcasts: Aufmerksamkeit in Nischen

Podcasts haben 2025 in Deutschland wieder zugelegt. Die Tagesreichweite von Podcasts und Radioangeboten auf Abruf lag bei 14 Prozent. Nach mehreren eher flachen Jahren ist das ein klarer Schritt nach vorn.

6) Digital Out of Home: Wachstum draußen, Standardisierung drinnen

Digital Out of Home legt weiter zu. Laut IDOOH/Nielsen lag der DOOH-Anteil am OOH-Markt im Zeitraum September 2024 bis September 2025 im Schnitt bei 46 Prozent. Für Oktober 2025 wurden bereits 47 Prozent ausgewiesen. Auf Marktseite meldete der Bundesverband Außenmedien im ersten Halbjahr 2025 erstmals 10,1 Prozent Anteil am deutschen Brutto-Werbemarkt.

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